Verhinderungspflege stundenweise: bis zu 3.539 Euro im Jahr für Auszeiten.
Wer einen Angehörigen pflegt, kennt das: Man bräuchte einfach mal einen Nachmittag. Für den eigenen Arzttermin, für den Sport, für nichts Bestimmtes. Genau dafür gibt es die Verhinderungspflege, und sie wird oft übersehen.
Was ist Verhinderungspflege?
Wenn die private Pflegeperson verhindert ist, zahlt die Pflegekasse eine Ersatzbetreuung (§ 39 SGB XI). Verhindert heißt nicht nur Urlaub oder Krankheit: Auch der wöchentliche Termin oder die dringend nötige Pause zählen. Seit Juli 2025 gibt es dafür einen gemeinsamen Jahresbetrag mit der Kurzzeitpflege von bis zu 3.539 €, ab Pflegegrad 2. Die frühere Wartezeit von sechs Monaten Vorpflege ist dabei entfallen.
Das Besondere: Es geht auch stundenweise
Viele Familien denken bei Verhinderungspflege an ganze Urlaubswochen. Dabei lässt sich der Betrag auch für einzelne Stunden nutzen: der feste Nachmittag, an dem jemand da ist und die pflegende Tochter durchatmen kann. Gut zu wissen: Wird die Verhinderungspflege weniger als acht Stunden am Tag genutzt, läuft das Pflegegeld in voller Höhe weiter.
Ein Rechenbeispiel
Ein fester Nachmittag pro Woche mit drei Stunden Alltagshilfe: Das sind rund 12 Stunden im Monat, zusätzlich zu Entlastungsbetrag und Umwandlungsanspruch. Bei üblichen Stundensätzen trägt der Jahresbetrag von 3.539 € einen solchen festen Termin über viele Monate. Kombiniert mit den anderen Töpfen kommen Familien so auf regelmäßige, verlässliche Unterstützung, ohne eigenes Geld.
Voraussetzungen auf einen Blick
- Pflegegrad 2 oder höher
- Die Pflege zu Hause übernimmt normalerweise eine private Pflegeperson, etwa ein Angehöriger
- Die Ersatzbetreuung kann ein Dienst, eine anerkannte Alltagshilfe oder auch eine Privatperson übernehmen
Gut zu wissen zum Jahresende
Der Jahresbetrag gilt für das Kalenderjahr. Was bis zum 31. Dezember nicht genutzt ist, wird nicht ins neue Jahr übertragen. Auch die Verhinderungspflege soll mit der geplanten Pflegereform neu geordnet werden. Noch ist das aber kein Gesetz.
Und ShäRi?
Im kostenlosen Erstgespräch gehen wir gemeinsam durch, welche Töpfe für Ihre Familie infrage kommen, ehrlich, inklusive der Frage, wo das Pflegegeld betroffen ist und wo nicht. Rufen Sie an unter 0177 1425190.
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